Einführung in Thief: The Dark Project
Allgemeine Daten

Plattform: PC
Entwickler: Looking Glass Studios
Publisher: Eidos Interactive
Webseite: Thief 1
Release: 30. November 1998

Genre: Stealth-Game
Spielmodi: Singleplayer
Spielansicht: First-Person


Das Genre

Mit Thief: The Dark Project (auf dem deutschen Markt unter dem Namen Dark Project: Der Meisterdieb) prägte und revolutionierte Entwickler Looking Glass Studios das Stealth-Genre, setzte neue Maßstäbe und bereicherte es um viele neue Elemente. Anders als Shooter, in denen schnelle Reaktionen und rasante Action im Vordergrund stehen, setzt diese Spielesparte auf taktisches und unauffälliges Vorgehen mit dem Ziel, sich unentdeckt fortzubewegen. Dem Namen getreu zählt in Thief obendrein auch, alles Wertvolle an sich zu nehmen was man finden kann. Kampf und Töten empfiehlt sich hingegen weniger und ist auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad sogar verboten.


Optik & Akustik

Die Technik des Spiels hat zwei wichtige Funktionen: Grafik als auch Sound sind zum einen stark ins Spielgeschehen eingebunden und dienen zum anderen dem Aufbau einer dichten Atmosphäre.
Insbesondere Lichteffekte sind nicht einfach nur was fürs Auge. Sich in dunklen Gebieten aufzuhalten verringert die Gefahr, gesehen zu werden. Auch Geräuschen kommt hohe Bedeutung zu, da ein einziger unglücklicher oder zu hastiger Schritt, etwa auf eine metallene Oberfläche, Gegner in der Nähe alarmiert und zur Lärmquelle lockt. Umgekehrt ermöglicht es, Herannahende schon von Weitem exakt ausfindig zu machen, bevor man sie sehen kann.


Die Atmosphäre

Detailliert ausgestaltete, dunkle und triste Gebiete erzeugen eine durchweg spürbare und bedrückende Stimmung. Auf Hintergrundmusik wurde verzichtet, was aber von allerlei anderem Sound wie Geplauder und Pfeifen von Wachen, Laute fremdartiger Wesen in der Ferne und dem Geratter von Maschinen mehr als aufgewogen wird.

Selbiges bewirken mysteriös und beklemmend wirkende Videos, in denen die vorstehenden Aufgaben erklärt werden und Einsicht in die Welt gegeben wird, in der der zynische Antiheld der Serie, Garrett der Meisterdieb, lebt.


Die Spielwelt

Letztere vereint drei Welten in einer: Zum einen ist es eine düstere, mittelalterliche Stadt, in der man allerdings sowohl auf Technik in Form dampfbetriebener Maschinen als auch auf Magie stößt.

Für den technischen Fortschritt der Stadt stehen die Hammeriten, ein an die Inquisition erinnernder religiöser Orden, der die Natur als unvollkommen ansieht und Arbeit und Aufbau über Menschenleben stellt. Sie sind für die Elektrik und Dampfmaschinen dieser ansonsten mittelalterlichen Welt verantwortlich. Da sie in diesem Teil auch die Rolle der Gesetzgebung und ihre Ausführung übernehmen, sind sie Garretts natürliche Feinde.
Während die Hammeriten die Stadt offen und mit eiserner Faust kontrollieren, planen deren Todfeinde im Verborgenen: Ein nicht weniger menschenfeindliches, naturverbundenes Volk, das den Fortschritt verabscheut und einen Naturgott anbetet, der die Stadt zu vernichten trachtet. Dieses Wesen ist Ursprung von Magie, Geistern, Untoten, unmenschlichen und dämonischen Kreaturen, denen Garrett nicht selten begegnet.
Zwischen diesen beiden Feinden stehen die Hüter, ein allen anderen unbekannter Geheimorden und Bewahrer uralten Wissens, der das Gleichgewicht zwischen ihnen zu erhalten versucht.
Dazu mehr im Artikel zur Geschichte.


Gegner & Waffen

Seien es Wachleute, Hammeriten, andere Kriminelle, Geister oder Untote, Garretts Feindesliste ist lang. Setzt man sich den meisten menschlichen Gegnern mit gewöhnlichem Schwert, Pfeil und Bogen zur Wehr oder betäubt sie leise mit einem Knüppelhieb auf den Hinterkopf, sind gegen übernatürliche Wesen besondere Waffen gefragt. Dass aber nicht jede davon zum Ausschalten von Gegnern gedacht ist, wird bei den sogenannten Elementarpfeilen deutlich.
Vernichtet der Feuerpfeil jede Art von Gegner in einer lauten Explosion, betäubt der Gaspfeil sie lediglich geräuschlos. Ganz anders verhalten sich hingegen die Moospfeile, die ausschließlich zum Dämpfen von verräterischen Schritten auf lauten Oberflächen gebraucht werden. Ebenfalls fast nutzlos im Kampf sind Wasserpfeile, die dennoch zum nützlichsten Teil des Arsenals zählen. Mit ihnen lassen sich Lichtquellen wie Fackeln aus der Entfernung löschen und – geweiht mit heiligem Wasser – Untote bezwingen.
Wird man dennoch von Feinden erspäht, besteht die Möglichkeit, diese durch eine Blitzbombe vorübergehend zu blenden und den Moment zur Flucht zu nutzen. Ein Lärmpfeil ist der einfachste, aber nicht einzige Weg zu einem Ablenkungsmanöver. Der innovative Seilpfeil funktioniert wie ein Enterhaken und eröffnet völlig neue Wege zur Planung des Beutezugs und Fluchtwegs. Minen stehen in tödlicher und nicht-tödlicher Form zur Sperrung gegnerischer Wege zur Verfügung. Wurde man dennoch verletzt, erwischt oder verschätzt man sich bei einem Tauchgang, kommt ein Trank zum Einsatz, der für kurze Zeit entweder Heilung, schnelle Beine oder einen längeren Atem verleiht.


Kritik

Altersbedingter Kritikpunkt sind die Gegner, was deren Reaktionen und Fähigkeiten betrifft. Wasser- und Moospfeile ignorieren sie in jedem Fall vollkommen, wie auch manches andere. Kämpferisch haben sie einem erfahrenen Spieler auch zu zweit oder zu dritt nicht viel entgegenzusetzen, aber ihre größte Schwäche ist die Verfolgung. Anders als Garrett können sie ausnahmslos keine Abhänge, Leitern oder Seile erklimmen.
Neulinge werden außerdem Schwierigkeiten haben, sich in den oft sehr großen und verwinkelten Leveln zurechtzufinden, da die (jederzeit einblendbaren) Spielkarten kaum hilfreich sind.

Allerdings trüben diese kleineren Macken den Gesamteindruck kaum.
Unentschlossene Käufer seien allerdings vor der angesprochenen Stimmung von Thief gewarnt. Die morbide Aufmachung und das Geduld abverlangende Spielprinzip sind nicht unbedingt jedermanns Sache, und wer Kämpfe erwartet, wird enttäuscht. Für Fans ist allerdings genau das der große Pluspunkt der Serie.


Thief Gold

Thief 1 erschien 1999 als erweiterte Fassung mit dem Namen Thief Gold. Diese limitierte Version besitzt neben Änderungen an den bestehenden Missionen drei zusätzliche, die es damals nicht mehr in die Urfassung geschafft haben.
geschrieben von Sercil
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